Bonding

Freunde,

zwei Tage ist es her, dass die Machete unten im Keller ist. Und schon heute hätte sie an Verwendung gefunden…aber später dazu mehr.

 

Als wir aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen sind, sind Frau Jot und ich natürlich einer vollkommen neuen Situation ausgesetzt. Wer hierbei nie an sich selbst gezweifelt hat, der lügt. Die erste Zeit ist jedoch echt wundervoll und man muss sich an das Elterndasein und an das Baby erst gewöhnen.

Als ich meinen Vater gefragt habe wie er die erste Zeit mit mir verbracht hat, musste ich wieder einmal feststellen, dass ich die Antwort bereits kannte. Mein Vater so: „Ich musste arbeiten, keine Zeit, keine Geld“  Gibt es irgendeinen Kanakenvater, der nach der Geburt Zeit mit der Familie verbracht hat? Also ich kenne niemanden. Aber da ich in einer anderen Generation lebe, bin ich ja stets offen für das ‚normale‘ Vatersein.

Aber Freunde, manche Sachen sind echt komisch. Ich habe das erste Mal von dem sogenannten Bonding gehört. Alter, erst dachte ich…bitte was? Muss man das Kind fesseln wenn es schreit? Ohne scheiß, das war das erste was mir durch den Kopf ging. Natürlich hat es nichts damit zu tun, sondern es bedeutet was ganz anderes. Ich habe mal folgende Definition von www.familie.de herausgesucht.

 

Bonding ist der Beginn der Eltern-Kind-Beziehung
Im Idealfall wirkt Bonding wie ein “emotionaler Sekundenkleber”, der Eltern und Kind lebenslang zusammenschweißt. Diese innere Bindung zwischen Eltern und Kind ist die wichtigste und stärkste, die ein Mensch im Laufe seines Lebens eingeht. Dem Neugeborenen sichert sie sein Leben und sorgt dafür, dass es Urvertrauen bildet. Den Eltern schenkt diese Bindung so viel Stärke, dass sie in der Lage sind, für ihr Baby alles zu opfern – angefangen beim Schlaf, bis hin zur eigenen körperlichen Unversehrtheit in Notsituationen. 

Allerdings werden in den ersten Lebensminuten nicht gleich die Weichen für immer unverrückbar gestellt. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, wenn die Geburt nicht kein besonders romantisches Erlebnis ist und Sie auch beim ersten Anblick Ihres Babys noch nicht total verzückt sind. Doch die Nähe, Mamas Herzschlag, der Duft von Babyhaut können etwas auslösen, das bleibt.

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Baby Django

 

Es ist klar, dass die Mutter als erstes genannt wird. Sie hatte das Baby schließlich 100 Wochen im Bauch (Das mit den Wochen habe ich übrigens immer noch nicht verstanden. Ich habe mich auf die 100 festgelegt. Einfacher zu merken) Dennoch finde ich es schade, dass der Vater in diesem Zusammenhang nicht explizit genannt wird. Auf jeden Fall hat die Hebamme gesagt, dass ich auch dieses „Bonding“ zur persönlichen intensiven Bindung zu dem Kind ausprobieren sollte.

Ich habe also mein T-Shirt ausgezogen und mich mit nacktem Oberkörper aufs Bett gelegt. Frau Jot gab mir Baby Django und ich legte ihn auf meine Brust. Plötzlich sehe ich wie Frau Jot nach einer Sekunde nervös wird. Ich fragte was denn los wäre? Sie antwortete mir: „Wo ist das Baby?“

Ich so: „Wie, wo ist das Baby?“

Sie: „Ja es ist weg?!“

Scheiße man, das Baby ist im Brusthaardschungel verloren gegangen. Nach zehnminütiger Suche haben wir das Baby auf Höhe der rechten Brust gefunden. Baby Django ist auch noch so klein. Der Arme, total hilflos und allein im Brusturwald. Ich war richtig sauer auf Frau Jot. Denn wäre meine Machete am Bett gewesen, hätte ich alle Haare in 2 Sekunden rasieren können und ich hätte Baby Django schnell gerettet. So viel dazu.

Fazit: Bonding ist nichts für Kanaken. Aber ich habe es zumindest ausprobiert…

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